In 3 Schrit­ten mit Soft Skills zu mehr Zufrie­den­heit

Mei­ne Eltern haben mir in Bezug auf das Arbeits­le­ben bei­gebracht: „Geh bloß kein Risi­ko ein! Denk an dei­ne Sicher­heit. Bleib schön bei dem, was du hast. Und falls du tat­säch­lich doch mal den Job wech­seln möch­test, such dir erst einen neu­en.“ Grund­sätz­lich sind das sicher­lich gute Rat­schlä­ge – doch lei­der haben sie mich so sehr geprägt, dass ich lan­ge Zeit unglaub­lich unglück­lich in mei­nem fes­ten Ange­stell­ten­ver­hält­nis war. Bis ich den Mut auf­ge­bracht habe etwas zu ver­än­dern, ist viel Zeit ver­gan­gen … und ich stand kurz davor, ein­fach auf­zu­ge­ben. Doch mitt­ler­wei­le weiß ich: Das muss nicht sein. In mei­nem Bei­trag zei­ge ich, wie man sei­ne Soft Skills dafür nut­zen kann, den ganz per­sön­li­chen Weg ins beruf­li­che und vor allem auch pri­va­te Glück zu fin­den.Inga Symann von der Texterei Hameln beschreibt ihren Weg in die Selbstständigkeit.

Was sind eigent­lich Soft Skills?

Der Begriff Soft Skills kommt aus der Per­sön­lich­keits­psy­cho­lo­gie und bedeu­tet so viel wie wei­che Fak­to­ren oder sozia­le Kom­pe­tenz. Damit sind letzt­end­lich Eigen­schaf­ten und Qua­li­fi­ka­tio­nen gemeint, die mehr mit der eige­nen Per­sön­lich­keit, dem Cha­rak­ter und mit Ver­hal­tens­wei­sen zusam­men­hän­gen. Die­se Fähig­kei­ten setzt man ein, um sich sei­ner Umge­bung gegen­über in Bezug auf Ansprü­che und Bedürf­nis­se zu behaup­ten – ohne dabei ego­is­tisch oder beherr­schend zu wir­ken. Haupt­säch­lich spie­len Soft Skills im Berufs­le­ben und bei Bewer­bun­gen eine gro­ße Rol­le. Neben Hard Skills, den fach­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen wie ein nach­weis­ba­rer Stu­di­en­ab­schluss oder Zeug­nis­sen, sind sie die Garan­ten für beruf­li­chen Erfolg. (sie­he https://bistass.com/soft-skills/)

Die Unter­tei­lung erfolgt laut Kar­rie­re­bi­bel in drei Berei­che:
1. Sozia­le Kom­pe­tenz: Hier­un­ter fal­len Soft Skills, die für den Umgang mit ande­ren Men­schen wich­tig sind. Bei jedem zwi­schen­mensch­li­chen Kon­takt sind sie von Bedeu­tung und ent­schei­den dar­über, wie eine Inter­ak­ti­on endet.
2. Per­so­na­le Kom­pe­tenz: Hier geht es um Qua­li­fi­ka­tio­nen, die sich auf die eige­ne Per­son bezie­hen. Wie gut kann ich mich selbst reflek­tie­ren? Wie selbst­be­wusst bin ich oder wie steht es mit der Selbst­kri­tik?
3. Metho­di­sche Kom­pe­tenz: Vor­aus­set­zun­gen hier­für sind per­sön­li­che Fähig­kei­ten wie Selbst­dis­zi­plin oder die Frus­tra­ti­ons­to­le­ranz. Die­se hel­fen dabei, Auf­ga­ben und Pro­ble­me zu lösen, sich Qua­li­fi­ka­tio­nen anzu­eig­nen oder Metho­den zu erler­nen.

Pri­vat und beruf­lich tren­nen? Geht gar nicht!

Auch im Pri­vat­le­ben geht es nicht ohne Soft Skills – sie las­sen einen Mensch sym­pa­thisch oder unsym­pa­thisch auf ande­re wir­ken. Das heißt: So rich­tig kann man pri­vat und beruf­lich gar nicht tren­nen. Denn wie ein Mensch sich in einer sozia­len Grup­pe zurecht­fin­det, ist immer Berei­chen von Bedeu­tung. Ich möch­te sogar soweit gehen zu behaup­ten, dass der pri­va­te Bereich die Grund­la­ge für den beruf­li­chen bil­det. Und die Vor­aus­set­zung, um über­haupt in der Welt bestehen zu kön­nen, ist ein kom­pe­ten­ter Umgang mit sich selbst.

Wer kennt sie nicht, die stän­di­gen Zweif­ler, Mut­lo­sen und Mit­läu­fer?

Mein Weg in die Selbst­stän­dig­keit und letzt­end­lich zu mehr Zufrie­den­heit hat mich über vie­le Umwe­ge geführt. Ich habe viel über mich und auch über ande­re Men­schen gelernt. Am Anfang des Berufs­le­bens dach­te ich noch: „Ach … irgend­wie kom­me ich schon durch. Die ande­ren wer­den es schon machen.“ Bloß nicht auf­fal­len war die Devi­se und das Leben als Mit­läu­fer hat durch­aus auch Vor­tei­le. Soft Skills spie­len an die­ser Stel­le eine gro­ße Rol­le: Selbst­wert­ge­fühl, Selbst­ver­trau­en, Eigen­ver­ant­wor­tung und Selbst­kri­tik sind nur eini­ge wich­ti­ge Punk­te in der Rei­he der Fähig­kei­ten, um mit sich im Rei­nen zu sein. Stän­di­ge Selbst­zwei­fel und wenig Mut sind ein Zei­chen für ihr Feh­len. Schnell gerät man in die Rol­le des anstren­gen­den immer jau­len­den Bekann­ten, der stets Zuspruch benö­tigt und nie froh ist.

Die Basis der Soft Skills: der kom­pe­ten­te Umgang mit sich selbst

Je län­ger ich gear­bei­tet habe und je mehr Fak­to­ren neben der Arbeit ins Spiel kamen, umso deut­li­cher wur­de mir: So geht das auf Dau­er nicht wei­ter. Wenn ich wirk­lich zufrie­den und glück­lich sein möch­te, muss ich etwas tun und mein Leben selbst in die Hand neh­men. Ich war zum stän­dig unzu­frie­de­nen Men­schen mutiert, habe mei­ne Mit­men­schen mit mei­ner Jam­me­rei genervt und mich selbst noch mehr. Der Job hat mich auf­ge­fres­sen und gestresst. Das wie­der­um habe ich schön an mei­ne Fami­lie und Freun­de wei­ter­ge­ge­ben. Bis ich mir Hil­fe geholt habe, hat es gedau­ert. Die­se Hil­fe in Per­son einer wirk­lich klu­gen The­ra­peu­tin hat mir beschei­nigt, dass ich so nicht mehr lan­ge wei­ter machen kann.

Und was soll ich sagen. Ich habe Eigen­ver­ant­wor­tung über­nom­men, um end­lich wie­der zufrie­den zu sein. Ich habe mich getraut und eine Ent­schei­dung getrof­fen. Mei­ne Selbst­wirk­sam­keit hat zur Fol­ge, dass sich plötz­lich völ­lig neue Wege zei­gen, wo vor­her kei­ne sicht­bar waren. Es klappt! Schon wenn man ledig­lich an ein paar klei­nen Schrau­ben dreht.

Wel­che Schrau­ben muss man dre­hen?

Wie ich schon sag­te, der Umgang mit sich selbst bestimmt auch das kom­plet­te rest­li­che Leben. Doch es rei­chen tat­säch­lich bereits eini­ge klei­ne Ver­än­de­run­gen, um sich selbst anders wahr­zu­neh­men und sich etwas zuzu­trau­en. Fol­gen­de drei Maß­nah­men haben mir gehol­fen:

  • Schritt 1: Sich etwas zutrau­en

Auf einer Post­kar­te, die mir zwi­schen die Fin­ger gekom­men ist, steht: „Glaub an das, was noch nicht ist, damit es wer­den kann!“ Und genau so muss man es machen. Man muss glau­ben. Aller­dings vor allem an sich selbst. Ein paar lei­se Zwei­fel hat man immer – aber wenn man sich selbst nichts zutraut, dann tut es auch nie­mand anders. Genau­er bedeu­te­te das für mich, dass ich mir über­legt habe, was ich gut kann und was ich auf kei­nen Fall mehr machen möch­te.

  • Schritt 2: Freun­de und Unter­stüt­zer wahr­neh­men

Hat man den ers­ten Schritt gewagt, tun sich plötz­lich neue Mög­lich­kei­ten auf. In mei­nem Fall tra­ten auf ein­mal Men­schen auf die Bild­flä­che, die ich vor­her nie so rich­tig auf dem Schirm hat­te. Net­te Leu­te, die es vor­her auch schon gab, die ich aber dahin­ge­hend nie wahr­ge­nom­men habe. Sei es die schlaue The­ra­peu­tin. Sei es eine gute Freun­din, die mir auf dem Weg in mei­ne Selbst­stän­dig­keit wich­ti­ge Tipps gege­ben hat. Sei es der Chef, mit dem ich offen und ehr­lich spre­chen konn­te. Oder sei es die Fami­lie, die stets hin­ter mir steht und mich wie ein Fels in der Bran­dung unter­stützt. All die­se groß­ar­ti­gen Men­schen haben mir gehol­fen, die Entschei­dung in die Tat umzu­set­zen.

  • Schritt 3: Ein­fach. Machen

Hat man sei­ne Mög­lich­kei­ten plötz­lich wahr­ge­nom­men, gilt es nun, das Vor­ha­ben umzu­set­zen. Ich gebe zu, es gibt immer wie­der Stol­per­stei­ne. Aber die gab es vor­her und wird es immer geben. Sie sind also kein Grund auf­zu­ge­ben. Sie bedeu­ten viel­leicht nur, dass man gering­fü­gi­ge Rich­tungs­wech­sel ein­bau­en muss. Und sei­en wir mal ehr­lich: Nichts ist in Stein gemei­ßelt.

Posi­tiv den­ken

Eine letz­te Sache liegt mir nun noch am Her­zen: Bit­te den­ken Sie öfter mal posi­tiv. Die wich­tigs­ten Bau­stei­ne für den eige­nen Erfolg tra­gen wir alle in uns. Unse­re Soft Skills sind da – sie sind ledig­lich bei jedem Men­schen unter­schied­lich aus­ge­prägt. Wenn man möch­te, kann man sie trai­nie­ren und ver­än­dern. Wich­tig ist also das, was man dar­aus macht.

Ein letz­tes Bei­spiel anhand mei­ner Per­son: Ich habe mich als Tex­te­rin selbst­stän­dig gemacht, weil mir zum einen das Schrei­ben Spaß macht. Zum ande­ren habe ich es getan, weil ich weiß, dass ich es kann. Die­ses Bewusst­sein – eine Kom­bi­na­ti­on aus meh­re­ren Soft Skills – macht mich zufrie­den und hat mir zum pri­va­ten und beruf­li­chen Glück ver­hol­fen. Die­ses Bei­spiel kann man auf so gut wie alle Men­schen über­tra­gen. Jeder hat etwas, was er gut kann, was ihn glück­lich macht und womit er sein Geld ver­die­nen kann und möch­te. Also … zögern Sie nicht: Legen Sie los.